Alle Staaten dieser Welt befinden sich im Wettbewerb um attraktive Firmen. Jedes Land möchte sich gut bezahlte Arbeitsplätze für die eigene Bevölkerung sowie Steuereinnahmen für die Staatskasse sichern. Um einträgliche Firmen anzulocken, setzten viele Staaten auf steuerliche Sonderregeln – darunter auch die Schweiz. Solche Massnahmen waren lange Zeit verbreitet und international akzeptiert. Wie die zahlreichen internationalen Firmen in unserem Land belegen, hat sich die Schweiz in diesem Wettbewerb gut behauptet. 

Mit dem OECD-Projekt BEPS gegen «Gewinnverschiebungen und Gewinnverkürzungen» (Base Erosion and Profit Shifting) soll dieser Wettbewerb reguliert werden. Alle OECD-, G-20- sowie viele weitere Staaten (insgesamt über 100 Länder) haben sich verpflichtet, gewisse Mindeststandards zu übernehmen. Die Umsetzung schreitet schnell voran (siehe Grafik für eine weltweite Übersicht). Bereits ab diesem Jahr müssen internationale Firmen zum Beispiel berichten, in welchen Ländern sie Aktivitäten wahrnehmen und wie viele Steuern sie dort zahlen (Country-by-Country Report, Aktion 13).

Eine weiterer BEPS-Standard sieht die Abschaffung steuerlicher Sonderregeln vor (Aktion 5). Nach Ablehnung der Unternehmenssteuerreform III im Februar 2017 hinkt die Schweiz diesbezüglich hinterher. Im Oktober publizierte die OECD ein aktuelles Verzeichnis «schädlicher» Steuerpraktiken, in dem die kantonalen Steuerregimes der Schweiz aufgeführt sind. Auch die EU nahm die Schweiz im Dezember 2017 auf eine «graue» Liste und mahnte damit an die Verpflichtung, die kritisierten Steuerpraktiken bis Ende 2018 aufzuheben. Der Bundesrat hat deshalb rasch die Steuervorlage 17 ausgearbeitet. Ziel ist es, die kantonalen Steuerregimes abzuschaffen, gleichzeitig aber die Kantone in die Lage zu versetzten, den Wegfall mit international akzeptierten Ersatzmassnahmen auffangen zu können.

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